Was ist ein Verbesserungsvorschlag?

Die Frage: Was ist ein Verbesserungsvorschlag? lässt sich nicht so ohne weiteres beantworten. Denn die Erfahrung in der Praxis zeigt, dass jedes Unternehmen andere Anforderungen an einen Verbesserungsvorschlag setzt. In der Regel wird zur Festlegung was ein Verbesserungsvorschlag ist und was nicht eine Betriebsvereinbarung abgeschlossen. In dieser werden die Anforderungen an einen solchen Vorschlag festgeschrieben. Ist kein Betriebsrat im Unternehmen vorhanden, werden die Richtlinien in der Regel unternehmensseitig festgelegt.

Was ist ein Verbesserungsvorschlag

In der Praxis zeigt sich allerdings auch, dass sich die meisten Unternehmen sowohl bei ihren Betriebsvereinbarungen als auch bei ihren Definitionen eines Verbesserungsvorschlags an den bestehenden Definitionen und Mustern für Vereinbarungen orientieren. Es finden dann nur noch geringfügige Anpassungen statt um diese an die jeweiligen Begrifflichkeiten und die eigenen Unternehmenskultur anzupassen. Dadurch können folgende Kernelemente eine Verbesserungsvorschlages benannt werden.

Kernelemente eines Verbesserungsvorschlages

  • Das wichtigste Element eines Verbesserungsvorschlages ist, dass dieser zu einer Verbesserung eines unbefriedigten Zustandes führen muss.
  • Der Vorschlag muss eine nutzbringende wirtschaftliche, organisatorische, ergonomische oder soziale Neuerung beinhalten.
  • Ein Verbesserungsvorschlag muss einen konkreten Lösungsweg enthalten und darf nicht nur auf einen Missstand hinweisen.
  • Ein Vorschlag zur Verbesserung sollte eine freiwillige Sonderleistung darstellen, welche über die im Arbeitsvertrag geforderte Leistung hinausgeht.
  • Verbesserungsvorschläge aus dem eigenen Aufgabenbereich werden in der Regel nicht anerkannt, zunehmend jedoch Vorschläge aus dem eigenen Arbeitsbereich.1

Beispiele von Kriterien eines Verbesserungsvorschlages

Es gibt einige Beispiel für Kriterien, die Bestandteil einer Verbesserung sein können. Alle lassen sich hier auf Grund der hohen Anzahl nicht aufführen, dennoch haben wir die zehn bekanntesten Kriterien für den Ansatz einer Verbesserung nachfolgend gelistet.

  1. Bearbeitungszeiten
  2. Rüstzeiten
  3. Standzeiten
  4. Energie
  5. Verwaltungsaufwand
  6. Organisatorischer Ablauf
  7. Werkzeugkosten
  8. Ausschuss
  9. Arbeitssicherheit/Gesundheitsschutz
  10. Transportwege

Die Liste der Kriterien lässt sich, wie zuvor bereits erwähnt, noch um ein Vielfaches erweitern. Es empfiehlt sich, dass das Unternehmen hier auch keine Ausgrenzung betreibt von Ansätzen die verbessert werden dürfen. Denn nichts ist so gut, dass es nicht noch besser sein könnte.

Was ist ein Verbesserungsvorschlag nicht

Im betrieblichen Alltag gibt es manchmal Aussagen mit denen man Verbesserungsvorschläge nicht in Verbindung bringen sollte. Von daher haben wir nachfolgend aufgelistet was ein Verbesserungsvorschlag nicht ist.

  • Ein Verstoß gegen die moralische Treue der Firma gegenüber.
  • Ein Versuch einer ungerechten Verdienstaufbesserung.
  • Ein Störungsfaktor des guten Betriebsklimas.
  • Ein Anlass für ironische Bemerkungen.
  • Das Sägen an dem Ast auf dem man sitzt.
  • Das Mitbestimmen durch die Hintertür.2

Was ist ein Verbesserungsvorschlag? – in einem Satz erklärt

Betrachtet man nun die zuvor erwähnten Punkte, welche Kernelemente sich in einem Verbesserungsvorschlag finden und was ein Verbesserungsvorschlag nicht ist, erscheint die Definition des Verbesserungsvorschlages von Bumann, entnommen aus seinem Buch (1991): Das Vorschlagswesen als Instrument innovationsorientierter Unternehmensführung: Ein integrativer Gestaltungsansatz, dargestellt am Beispiel der Schweizerischen PTT-Betriebe, S. 17. als sehr passend:

“Ein Verbesserungsvorschlag im Sinne des Vorschlagswesens ist jede eingebrachte konstruktive Idee, die als Ergebnis einer freiwillig erbrachten Sonderleistung einer Einzelperson oder einer Personengruppe auf eine Änderung, Verbesserung oder Neuerung eines beliebigen betrieblichen Zustandes zielt, für den betreffenden Anwendungsbreich neu ist und deren Verwirklichung sinnvoll und wirtschaftlich gerechtfertigt erscheint (z.B. kostenreduzierend, qualitätsfördernd, sicherheitsverbessernd, persönlichkeitsentfaltend, umweltschonend oder imagesteigernd wirkt).”

Artikelfoto: 268/365 – Default State – Bestimmte Rechte vorbehalten von Helga Weber (Flickr)

  1. Vgl. von Bismarck, Wolf-Bertram (2000), S. 30. ff. []
  2. Vgl. Krug, Reinhard (2002), S. 10. ff. []